Metalle kombinieren: So passen Messing, Bronze und Chrom zusammen

Welche Oberflächen harmonieren miteinander? Wo tut ein Kontrast gut? Anregungen für einen stimmigen Mix, der Ihrem Zuhause Charakter verleiht.

Wer einen Raum einrichtet, entscheidet sich bei Metall oft für eine durchgängige Linie. Zu Messingarmaturen kommen passende Griffe, zur verchromten Leuchte ein Beistelltisch im gleichen Finish. Das schafft Ruhe. Doch gerade das Zusammenspiel verschiedener Metalle kann eine Einrichtung persönlicher und lebendiger machen.

Dabei zählt neben dem Farbton auch die Beschaffenheit der Oberfläche. Satiniertes Messing wirkt warm und dezent, poliertes Chrom reflektiert das Licht, dunkle Bronze setzt ruhige Akzente. Welche Kombination passt, hängt deshalb vor allem davon ab, welche Atmosphäre Sie schaffen möchten.

Wie das gelingt, besprachen die britische Interior Designerin Lonika Chande und Charlie Bowles von Original BTC mit Pip Rich vom Einrichtungsmagazin Livingetc. Anlass war eine Gesprächsrunde während der Designveranstaltung Focus/26 in unserem Londoner Showroom. Ihre Beispiele zeigen, worauf es bei der Auswahl ankommt.

Welche Metalle lassen sich miteinander kombinieren?

Lonika empfiehlt, Metall als Werkstoff mit unterschiedlichen Eigenschaften zu betrachten.

„Bei Holz würde man schließlich auch nicht erwarten, dass alle Hölzer im Raum gleich sein müssen“, sagt sie. Ähnlich ungezwungen lässt sich mit Messing, Bronze, Chrom und Kupfer umgehen.

Ein guter Ausgangspunkt sind die Details, die bereits zum Haus gehören. Bei Lonikas eigener Renovierung waren das Elemente aus unlackiertem Messing. Dazu wählte sie Schalter und Steckdosen mit einer Messingoberfläche im Antik-Finish sowie Leuchten in Bronze. Die verwandten warmen Töne verbinden die unterschiedlichen Ausführungen.

Eine polierte Chrom-Stehleuchte vom Antiquitätenhändler brachte anschließend einen kühlen, silbrigen Akzent ins Spiel. Gerade in einer durchgehend warm gehaltenen Einrichtung kann ein solches Einzelstück für die nötige Abwechslung sorgen. Wer sich bei der Auswahl unsicher ist, kann zunächst einen Grundton festlegen und ihn gezielt um einen Kontrast ergänzen.

Ob das Zusammenspiel überzeugt, entscheidet sich allerdings im gesamten Raum. Holz, Stoffe und Muster gleichen die kühle Wirkung von Metall aus und schaffen Wohnlichkeit. Lonika empfiehlt deshalb, „Metalle mit Holz, Textilien und Mustern abzustimmen, statt die verschiedenen Oberflächen zu zählen“.

Auch muss sich nicht jedes Finish mehrfach wiederholen. Im Bad können etwa Armaturen und Beschläge in Antikmessing den Ton angeben, während eine einzelne Leuchte in Chrom oder Bronze einen eigenen Akzent setzt.

„Ein ausdrucksstarkes Einzelstück kann für sich stehen. Das kann völlig ausreichen“, sagt Lonika.

Wirken zwei Metalltöne nebeneinander noch etwas unvermittelt, kann Bronze eine Verbindung schaffen. Ihre gedämpfte Wärme lässt sich sowohl mit Messing als auch mit kühleren Oberflächen kombinieren.

Task Tischleuchte in Chrom

Matt oder glänzend: Welche Wirkung passt zum Raum?

Neben der Farbe bestimmt der Glanzgrad, wie stark ein Metall auffällt. Polierte Flächen fangen Licht ein und ziehen den Blick auf sich. Matte oder patinierte Ausführungen wirken zurückhaltender und können einer Einrichtung mit vielen Farben und Mustern Ruhe geben.

Lonika nutzt diesen Unterschied besonders in Räumen mit viel Holz und Stoff. „Metall setzt dieser weichen Wirkung Struktur und Kontrast entgegen“, erklärt sie. Eine Leuchte in Schwarzbronze zeichnet sich beispielsweise klar vor einer kräftigen Wandfarbe ab, ohne durch zusätzlichen Glanz mit ihr zu konkurrieren.

„Man nimmt eher die Form als die Oberfläche wahr.“

Charlie schätzt denselben Effekt: „Ich mag, wie sie beinahe verschwindet. Sie drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund.“

Schwarzbronze-Finish an der Magnus C4 Pendelleuchte

Zu Hochglanzmöbeln oder lackierten Einbauten bildet eine zurückhaltende Bronzeoberfläche daher einen angenehmen Ausgleich. Umgekehrt kann eine polierte Leuchte eine eher schlichte Raumecke beleben. Wie deutlich dieser Effekt ausfällt, hängt auch vom Standort ab: Direkt am Fenster entstehen stärkere Reflexionen als in einem weniger hellen Bereich.

Für die Entscheidung helfen echte Materialmuster. Legen Sie Metall, Holz, Stein und Stoff nebeneinander und prüfen Sie die Zusammenstellung möglichst dort, wo sie später eingesetzt wird. Im wechselnden Tageslicht zeigt sich, ob die Farbtöne zusammenpassen und wie viel Glanz der Raum verträgt.

Mini Globe Wandleuchte in Chrom

Chrom kombinieren, ohne dass der Raum kühl wirkt

In Küche und Bad sorgt Chrom für einen klaren, frischen Eindruck. Wie lebendig es dabei wirken kann, zeigt Lonikas Kinderbad: Dort kombinierte sie verchromte Details mit kräftigen Farben, die schon am Morgen gute Laune machen.

Im Wohnbereich lässt sich die kühlere Ausstrahlung mit Holz und Stoffen von spürbarer Struktur auffangen. Eine einzelne Chromleuchte genügt oft, um eine warme Einrichtung aufzulockern. Die Umgebung bleibt behaglich, gewinnt durch die silbrigen Reflexionen aber an Lebendigkeit.

Titan Pendelleuchte in Chrom

Wie Metallschirme die Lichtwirkung beeinflussen

Bei Leuchten lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Innenseite des Schirms. Sie beeinflusst, welchen Farbton das reflektierte Licht annimmt. Eine helle Innenfläche gibt es vergleichsweise neutral wieder, Kupfer kann ihm einen warmen, orangefarbenen Schimmer verleihen. Über einem Holztisch kommt dieser besonders schön zur Geltung.

Auch die Form und Lichtdurchlässigkeit spielen eine Rolle. Ein nach unten offener, lichtundurchlässiger Metallschirm bündelt die Beleuchtung auf dem Esstisch, der Kücheninsel oder am Leseplatz. „Das Licht wird nach unten gelenkt“, erklärt Charlie. Für Schlafzimmer und andere Bereiche, in denen eine sanfte, diffuse Beleuchtung gewünscht ist, greift Lonika gern zu Stoffschirmen.

Verschiedene Metalle können zudem schon innerhalb einer Leuchte reizvoll zusammenwirken. Bei der Well Glass Wandleuchte treffen verzinktes Eisen und gegossenes Messing aufeinander. „Man würde nicht unbedingt daran denken, so unterschiedliche Metalle zu kombinieren“, sagt Charlie, „aber es funktioniert sehr gut.“ Die verzinkte Oberfläche betont den industriellen Charakter, während die Messingdetails einen warmen Gegenpart bilden.

Well Glass Wandleuchte

Messing und Kupfer: Mit Patina gestalten

Wer unlackiertes Messing oder Kupfer wählt, entscheidet sich für eine Oberfläche, die sich mit der Nutzung verändert. Luft, Feuchtigkeit und Berührungen hinterlassen Spuren. Der Farbton wird mit der Zeit dunkler, während häufig berührte Stellen heller bleiben können. Diese Unterschiede gehören zum Charakter des Materials.

Charlie mag an Messing im Antik-Finish gerade den bereits gealterten Eindruck. „Es sieht benutzt aus. Es sieht nicht perfekt aus“, sagt er. Solche warmen Metalltöne eignen sich auch für größere Flächen: Lonika kombinierte eine Küchenrückwand aus Kupfer mit dunklen Farben. So wurde das Metall zum prägenden Hintergrund der Einrichtung.

Im Freien fällt die Veränderung noch deutlicher aus. Die kupferne Exterior Bracket Light von Original BTC dunkelt nach und kann mit der Zeit eine grüne Patina entwickeln. An älteren Gebäuden fügt sich die Leuchte dadurch zunehmend in die bestehende Architektur ein. „Nach ein oder zwei Jahren sieht sie aus, als wäre sie schon immer dort gewesen“, sagt Charlie. „Sie fügt sich ein, drängt sich nicht in den Vordergrund und wird mit der Zeit immer schöner.“

Bis dahin braucht es etwas Geduld. Fingerabdrücke und fleckige Verfärbungen können anfangs deutlich sichtbar sein, bevor sich ein stimmiges Gesamtbild entwickelt. Wer eine möglichst gleichbleibende Oberfläche bevorzugt, ist mit lackiertem Metall oder Chrom besser beraten.

Mast Leuchte mit grüner Patina

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